Im Rahmen eines Pressegesprächs in seinem Hamburger Forschungszentrum hat Philips zukünftige Lösungen für die Behandlung kardiologischer Erkrankungen vorgestellt. „Herz-/Kreislauferkrankungen sind in der westlichen Welt die häufigste Todesursache und ihre Behandlung belastet das Gesundheitswesen in Europa mit Kosten von mehr als 100 Mrd. Euro“, erläutert Prof. Dr. Malte Kelm, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Universität Düsseldorf. „Gerade hier sind daher innovative Behandlungsverfahren von entscheidender Bedeutung, um eine bessere Therapie bei geringeren Kosten zu ermöglichen.“ Die im Rahmen der Veranstaltung vorgestellten Projekte umfassen ein völlig neues Bildgebungsverfahren, das es ermöglichen könnte, Krankheiten früher zu erkennen und zu behandeln. Weiter werden vorgestellt eine Softwarelösung, mit deren Hilfe Mediziner für eine präzisere Therapieplanung individuelle Organmodelle ihrer Patienten erstellen und eine neue Lösung, die die Medikamentengabe direkt am Krankheitsherd ermöglichen könnten und daher mit geringeren Nebenwirkungen für den Patienten einhergehen. Im Rahmen des MyHeart-Projektes erarbeitet Philips zudem neue Ansätze für die heimische Behandlung chronisch herzkranker Menschen. „Mit unseren Lösungen verfolgen wir grundsätzlich einen ganzheitlichen Ansatz, der die Behandlung von Patienten während des gesamten Behandlungszyklus – von Früherkennung über Diagnostik und Therapie bis zur Nachsorge – adressiert“, so Dr. Dr. Gerald Pötzsch, Businessline Manager bei Philips. „Mit den vorgestellten Forschungsprojekten wollen wir diesen ganzheitlichen Ansatz in der Zukunft fortschreiben und damit unsere führende Marktposition langfristig absichern.“ Bei Magnetic Particle Imaging (MPI) handelt es sich um eine völlig neue Echtzeit-Bildgebungstechnologie, an der Philips in der Forschung in Hamburg arbeitet. Das neue Verfahren nutzt die magnetischen Eigenschaften von Eisenoxid-Nanopartikeln, deren Konzentration im Blut gemessen wird. Die Bildinformationen können dabei bis zu 1.000-mal schneller erfasst werden als bei herkömmlichen Lösungen, wie zum Beispiel einem Positronen-Emissions-Tomographen (PET). Dadurch wird es möglich, physiologische Prozesse wie die Durchblutung des Herzmuskels oder die Flussgeschwindigkeit in den Gefäßen zu ermitteln, wichtige Voraussetzungen für eine frühere Diagnostik und gezieltere Therapie. Heart Modeling: Durch die Entwicklung einer neuen Software-Lösung will Philips es Medizinern ermöglichen, im Vorfeld eines Eingriffs ein exaktes Herz-Modell des zu behandelnden Patienten zu erstellen. Dazu werden anatomische Informationen aus einer vorausgegangenen Untersuchung zu Grunde gelegt. Der behandelnde Arzt kann dieses individuelle Modell nutzen, um einen Eingriff präziser zu planen. Auch während eines minimalinvasiven Kathetereingriffs kann das anatomische Modell mit dem Live-Bild des Durchleuchtungssystems zusammengeführt werden. „Durch die Fülle der sich daraus ergebenden zusätzlichen Informationen wird es zukünftig möglich sein, auch viel komplexere Eingriffe minimalinvasiv durchzuführen, als es heute machbar ist“, betont Experte Kelm. Bei dem Projekt Sonodrugs handelt es sich um ein Verfahren, das es ermöglichen soll, die Medikamentengabe zu optimieren, die Therapie zu verbessern und dadurch Nebenwirkungen zu minimieren. Dazu werden mit Medikamenten beladene Nanopartikel oder Mikrobläschen in den Körper injiziert. Per Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschall werden die Partikel durch den Blutkreislauf hindurch verfolgt. Am Ort der Erkrankung werden die Wirkstoffe durch einen gezielten Ultraschallimpuls aus den Partikeln oder Bläschen freigesetzt und entfalten ausschließlich am Ort des Geschehens ihre Wirkung. Mit dem EU–geförderten MyHeart-Projekt bietet Philips neue Lösungen für die Verlaufskontrolle bei chronischen Herz-/Kreislauferkrankungen und schafft damit die Basis für eine bessere Therapie. Grundlage der Betreuung ist die regelmäßige Erfassung und automatische Übermittlung der Vital-Parameter, um Patienten mit ihrem medizinischen Betreuer zu vernetzen. Die Daten werden über Sensoren ermittelt, die in Bettwäsche oder Kleidung integriert sind. Die eingehenden Daten werden von medizinischem Fachpersonal überwacht, das bei problematischen Veränderungen sofort mit dem Patienten Kontakt aufnimmt, um weitere Behandlungsschritte abzusprechen.
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