Das Universitätsspital Genf (HUG) besitzt seit vergangenem Samstag den ersten Ganzkörper-PET/MRT-Scanner Europas. Das von der Firma Philips entwickelte und mit neuester Technologie ausgestattete Hybridgerät ist ebenso spektakulär wie seine „Verpackung“. Es wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag von einem Spezialkonvoi angeliefert und ist bereits in einem Container installiert, der an das Klinikgebäude angeschlossen wird. So werden aufwendige Umbaumassnahmen im Spital, die normalerweise bei Anschaffungen dieser Art anfallen, überflüssig. Eine technologische Meisterleistung Mit diesem Gerät hat die Firma Philips eine echte technologische Meisterleistung vollbracht, indem sie die Möglichkeiten der Magnetresonanztomographie (MRT) und der Positronenemissionstomographie (PET) in nur einem einzigen Gerät vereint hat, ohne dass sich dabei die unterschiedlichen Magnetfelder gegenseitig beeinträchtigen. Von diesem neuartigen Hybridsystem sind derzeit weltweit lediglich zwei Geräte produziert worden. Sie werden zunächst im Rahmen klinischer Studien im Mount Sinaï Hospital in New York und am Universitätsspital in Genf getestet. Während dieser Testphase wird die neue Technologie ebenso im klinischen Alltag bei Patienten eingesetzt, die sich beiden Untersuchungen unterziehen müssen. Auch mehrere Forschungsprojekte sollen den Mehrwert des Geräts und die diagnostische Effizienz in verschiedenen Bereichen wie Neurologie und Kardiologie, aber auch bei Infektions- und Entzündungskrankheiten nachweisen. Zwei Untersuchungen in einer Die Verbindung von Magnetresonanz- und Positronenemissionstomographie ermöglicht die Sichtbarmachung der Stoffwechselaktivität der Organe und der biochemischen Funktion der Gewebe auf ein und demselben Bild. Derzeit werden beide Untersuchungen separat mit Hilfe von zwei verschiedenen Geräten und oftmals an verschiedenen Tagen durchgeführt. Die Ergebnisse können daher oft nur schwer ganz exakt in Übereinstimmung gebracht werden, da der Patient nie auf den Millimeter genau dieselbe Position einnimmt und auch die Ausrichtung der jeweiligen Scanner nicht immer präzise übereinstimmt. Von der neuen Hybridtechnik erhoffen sich Bildgebungsspezialisten, bestimmte komplexe Erkrankungen wie u.a. Gebärmutter- und Eierstock-, Brust- oder Prostatakrebs besser diagnostizieren sowie auch entsprechende Behandlungserfolge besser beobachten zu können. Die gleichzeitige Durchführung beider Untersuchungen bietet den Patienten zudem einen grösseren Komfort und verkürzt die oft quälenden Wartezeiten. Ebenso erhöht das neue Hybridsystem die Diagnosekapazitäten und die Genauigkeit der Untersuchungen. Eine revolutionäre modulare Anlage Abgesehen von seinen einzigartigen technologischen Merkmalen beeindruckt der PET/MRT-Scanner auch durch ein völlig neuartiges Design- und Anwendungskonzept. Das Gerät wird in einem autonomen Modul der Firma X-ion platziert, einer Art grossen Container, der umfangreichen medizinischen Bildgebungssystemen Platz bietet. Der Scanner ist fest mit dem Modul verbunden und wird so transportiert, einsatzbereit installiert und dann an das Klinikgebäude angeschlossen. Dieses modulare System reduziert Kosten, Arbeitszeiten und alle mit der Installation derartiger Geräte verbundenen Unannehmlichkeiten in den radiologischen Abteilungen. Einige Wochen werden Professor Osman Ratib, Leiter der Abteilung für Bildgebung und medizinische Informationstechnologie am Universtitätsspital in Genf, und sein Team noch brauchen, bevor sie den Scanner endgültig in Betrieb nehmen können. Im Frühjahr soll dann im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums die offizielle Inbetriebnahme dieses PET/MRT-Scanners der neuesten Generation gefeiert werden. |